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Auch Max Goldt fing mal klein an
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Dieses Buch ist...interessant. Texte aus den Jahren 1980-1990. Gedichte (die sich nicht reimen), der Text zum Song „Wissenswertes über Erlangen", Hörspiele, Prosa und erste gelungene „Kolumnen", mit denen er sich seinen legendären Ruf erworben hat. Dazu kommt dann noch ein Vorwort von Robert Gernhardt und ein Nachwort vom Autor höchstpersönlich. Interessant, interessant. Ach was, seien wir doch ehrlich: „Die Radiotrinkerin" ist eine Enttäuschung! Die späteren Bücher sind so viel besser! Das einzige Buch von Max Goldt, das ähnlich enttäuschte war „Wenn man einen weißen Anzug anhat", das zwar etwas fade, aber zumindest stilistisch gelungen war. Bei „Die Radiotrinkerin" hatte es Max Goldt aber offensichtlich noch nicht richtig raus, er hatte seinen Stil noch nicht gefunden, beherrsche sein Handwerk noch nicht. Diese Lehrjahre und das allmähliche Reifen zu beobachten hat durchaus etwas für sich, aber das ist doch eher ein Fall für Literaturwissenschaftler. Wer Max Goldt schlichtweg lesen und genießen will, besucht eine seiner Lesungen oder greift zu „Für Nächte am offenen Fenster", „Der Krapfen auf dem Sims" oder einem der vielen anderen gelungenen Büchern. „Radiotrinkerin" fehlt es an Witz, Pointen zünden nicht, hier wurden Textfragmente gesammelt, Schreibübungen. Um so höher ist es Robert Gernhardt anzurechnen, daß er bereits so früh das immense Potential des Rohdiamanten Goldt entdeckt hat. Inzwischen ist Goldt ein Juwel und hat seinen Entdecker übertroffen!
Eine Rezension von junior-soprano "Powderfinger" > Hannover
vom 13. September 2005 |